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Gegen Stigmatisierung | für ein besseres Verständnis psychischer Erkrankungen

Kapitel 01

Kapitel °1

Es war ein Tag im Februar. Sie war mal wieder zu Besuch, diese Dunkelheit. Schon seit einigen Wochen hatte sie es sich in meinem Leben gemütlich gemacht. Sie war mir nicht unbekannt. Diese, wie ich sie nenne „dunklen Stunden“ kommen, bleiben eine Weile und gehen wieder.
Aber diesmal war es anders.

Am Morgen dieses Tages lag ich im Bett. Die Nacht war unruhig. Ich war müde und erschöpft von den letzten Wochen. Eigentlich musste ich aufstehen. Draußen war so schönes Wetter. Das muss ich doch ausnutzen.
Aber es ging nicht. Es ging einfach nicht.

Meiner Therapeutin habe ich die Situation später so beschrieben:

Für mich ist das Leben ein Ozean, in dem wir alle schwimmen. Ich jedoch schwimme nicht darin, ich bin nur am strampeln und versuche, irgendwie an der Wasseroberfläche zu bleiben. Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals anders war. An diesem Morgen ging mir die Kraft aus. Ich kann nicht mehr. Ich will mehr. Also höre ich auf zu strampeln. Ich höre auf zu kämpfen. Ich sinke und gehe unter. Es wird dunkel. Kein Gefühl mehr.

Es tut gut, nicht mehr zu kämpfen. Es tut gut loszulassen. Endlich vorbei. Ich bekomme Angst…

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